FAQs (Frequently asked Questions):
 

 

    Was sind Dreiachsgesteuerte ULs?
 

 
UL-Dreiachser sind von der Entwicklung her inzwischen richtige Klein-Flugzeuge geworden, die in ihren Flugleistungen die einmotorigen Privatflugzeuge in Einzelfällen weit übertreffen. 

Ausbildung: siehe Flugschule

Preis: ab ca. 20.000 Euro (einfacher, offener Bau) bis über 80.000 Euro aus Vollkunststoff oder vernietetem Duralblech. Falls Sie kein UL kaufen wollen, können Sie vielerorts welche chartern oder an sich an einer Haltergemeinschaft beteiligen- auch um die Geräte besser auszunutzen.

Sonstige Kosten: Die obligatorische Haftpflichtversicherung kostet rund 100 € p.a., Vollkasko 3 - 5 % des Wertes des ULs p.a. und ein Hallenplatz schlägt mit ca. 50 - 150 €/ Monat zu Buche. Billiger ist Chartern. Die Charterpreise liegen bei 50 – 90 € pro Stunde ‚nass‘ (inkl. Sprit).
 

    Wie lange dauert die Ausbildung?
  
Die theoretische Ausbildung mit anschließender Prüfung
ist vom Arbeitsaufwand her nicht zu unterschätzen.
Wer nebenberuflich den Flugschein macht, sollte sich
gut überlegen, ob er sich wirklich im Schnellverfahren
bis zur Prüfung peitschen will. Außerdem ist in unseren
Breitengraden die Witterung nicht besonders gut
kalkulierbar. Viele Schlechtwettertage können schnell
dazu führen, dass man länger als 5 Monate braucht.
Auf das Gefühl, selbstverantwortlich zu fliegen, muss man nicht bis zur Prüfung warten. Anders als beim Führerschein fliegt man bereits während der Ausbildung viele Stunden allein. Der erste Solo-Flug ist ein unvergessliches Erlebnis, genauso wie der erste große Überlandflug, bei dem man nach gründlicher Vorbereitung allein Flugplätze anfliegt, die man vorher noch nie gesehen hat.

   

    Was sind Fuß-Start ULs?
    
Der Begriff Minimum ist zum Synonym für fußstartfähige Ultraleichtflugzeuge geworden. Die Ausbildung  ist genauso umfangreich wie für Trikes oder Dreichachser. Und bei letzteren hat man ein schon auf den ersten Blick stabiles Fluggerät vor sich. Wer fußstartfähige Systeme in Erwägung zieht, sollte ein Idealist sein, dem das Fliegen in der Hängegleiterposition (auf dem Bauch
  liegend) nicht durch schwache Flugleistungen vergällt wird. Minimumfliegen bedeutet stundenlang in der Luft sein - zu einem Minipreis!

Genau genommen muss man zwischen Minimum-Systemen (NST Schwarze MInimum, Mini Fly Set) und echten fußstartfähigen ULs (Booster, Mosquito, Nagl-System) unterscheiden. Letztere können ausschließlich per Fußstart in die Luft gebracht werden. Das Minimum erlaubt sowohl den Fußstart als auch den echten Rollstart. Gerade bei Schwachwind oder wechselnden Winden ist der Rollstart wesentlich einfacher und sicherer. Daher wird das Minimum nahezu ausschließlich von den Rädern aus gestartet - und auch gelandet. Die Gewichtsgrenze soll demnächst  bei 120 kg definiert sein: Drachen, Motoreinheit und 80 kg Pilot.  Es gilt aber noch nach wie vor die alte Gewichtsgrenze von 160 kg für Minimum-Systeme. Das bedeutet für die Zukunft, dass die Minimums mit Rollstartfähigkeit zu den Trikes gezählt werden müssten. Und für die gelten weit höhere Belastungsgrenzen für Fahrwerk und Zelle. Damit können keine Minimums mehr neu zugelassen werden. Wohl mit ein Grund, weshalb keine Neukonstruktionen mehr auf den Markt kommen.

Ausbildung: siehe Dreiachser. Allerdings wird eine Grundausbildung als Drachenflieger (L-Schein) vorausgesetzt. Hat man den beschränkten Luftfahrerschein (A-Schein) reduziert sich die Throrieausbildung auf 50 Std. Bei Nachweis des BZF /Flugfunkberechtigung wird das Fach Funk erlassen.

Preis der Ausbildung (mit eigenem Gerät): schwanken je nach fliegerischen Fähigkeiten des Aspiranten und Flugschule zwischen 750 € und 1250 €.  Hat man die Lizenz für fußstartfähige UL´s, kann man mit ca. 5 Std. eine Einweisung auf Trike machen. Keine Theorie mehr! Hier braucht man eigentlich nur mehr das Starten und v. a. das Landen üben. Unterscheidet sich ganz wesentlich vom Drachenfliegen!

In vielen Ländern sind fußstartfähige UL´s von einer Zulassung ausgenommen. Die Fluglizenz ist praktisch eine Einweisung für Drachenflieger. Dies hat für die Entwicklung neuer Typen dort einen enormen Aufschwung gebracht.

  

    Was sind Trikes?
 

Trikes sind gewichtskraftgesteuerte Ultraleichtflugzeuge. Das Fahrwerk besteht aus drei Rädern. Als Motor wird in nahezu allen Modellen ein Rotax Zweitakter verwendet. Die Leistung reicht von knapp 40 bis über 90 PS. Viertaktmotoren sind die (teure) Ausnahme. Die maximale Abflugmasse darf 450 kg nicht überschreiten. Die Preise liegen zwischen 12.000 € und 20.000 €.

Ausbildung: siehe Dreiachser.

Trike

Kosten: Theoriekurs ab 400 € (je nach Flugschule); Flugstunde ab 75 €. Insgesamt soll man realistisch mit 3.000 € kalkulieren. Besitzt man bereits irgendeine Fluglizenz ermäßigt sich die Ausbildung. Einzelheiten darüber sind unter www.dulv.de zu bekommen.

Die überwiegende Zahl der Modelle sind Doppelsitzer (also für zwei Personen zugelassen). Gestartet wird von für ULs zugelassenen Flugplätzen. Für Passagierflüge benötigt man eine Zusatzlizenz. Man erhält sie, wenn man mindestens 60 Flugstunden nach der Ausbildung und einen 100 km Streckenflug nachweisen kann.

Mit einer speziellen Schleppkupplung können mit Trikes andere Luftfahrzeuge in die Höhe geschleppt werden. Bei uns zugelassen ist der Schlepp von Hängegleitern. Der Schlepppilot braucht dazu eine Zusatzausbildung (Zusatzlizenz). Auch der HG-Pilot muss natürlich eine Extraausbildung machen.

Vorteile des Trikefliegens:

  • unmittelbares Fliegen, man sitzt beim Fliegen praktisch im Freien                               
  • relativ günstig, Neupreis ca. 12- 20.000 Euro                                        
  • ausgereifte Technik

Nachteile des Trikefliegens:                        

  • Man ist Wind und Wetter, sprich Kälte ausgesetzt       
  • relativ langsam, 80 - 100 km/h.                             
  • laut, da der Motor nur etwa einen Meter entfernt ist. Wirksame Abhilfe: ein sehr guter Integralhelm

 

    Was sind Motorschirme?
 

   
Wer mit dem Gleitschirm umgehen kann, erlernt das motorisierte Fliegen praktisch im Handumdrehen. Grundkurs für GS ist bei Beginn der Schulung Voraussetzung (Lernausweis!). Aber Vorsicht: In Deutschland braucht man dazu eine komplette UL-Ausbildung (60 Std. Theorie + Praxis). Motorschirme sind gleichfalls zum Start/Landung an zugelassene Flugplätze gebunden. Natürlich, der einfache, schnelle Aufbau verleitet geradezu zum Schwarzfliegen, Start von der grünen Wiese, Landung hinter dem eigenen Haus. Wird man jedoch erwischt, kommt der Flug extrem teuer.

Von Versicherungsfragen bei einem Unfall ganz zu schweigen.

Ausbildung: siehe Dreiachser.

Nachteile:

  • Die wenigsten für UL zugelassenen Flugplätze dulden auch Motorschirme. Grund: Sie sind einfach zu langsam und blockieren bei Start/Landeanflug den übrigen Flugverkehr.

  • Es sollte wenig Wind vorherrschen. Windstille erschwert den Start aber ungemein, Wind ab 20 km/h bedeutet, man kommt bei einer Eigen-geschwindigkeit von 25 - 40 km/h kaum noch vorwärts. Fliegen mit dem Motorschirm heißt entspanntes Fliegen in den Abendstunden bei schönem Wetter. Wer nur von A nach B fliegen möchte, sollte sich ein Trike oder einen Dreiachser zulegen. Empfehlung: Schulung auf einem dieser ULs mit anschließender Einweisung (geht schnell, ein Gleitschirmschein vorausgesetzt!) auf den Motorschirm. Weitere Einzelheiten dazu www.dulv.de

 

    Wo liegen die Vorteile des UL-Fliegens?
   
Die UL-Fliegerei ermöglicht motorisiertes Fliegen, welches kostengünstig, sparsam, umweltverträglich und sicher ist.
  • Die Flugleistungen heutiger UL sind erstaunlich. Moderne Geräte erreichen bis zu 300 km/h Reisegeschwindigkeit, wobei der Gesetzgeber fordert, dass sie noch bei einer Mindestgeschwindigkeit von 65 km/h fliegen.
  • Die geringen Mindestgeschwindigkeiten (V min) ermöglichen kurze Start- und Landestrecken (50 bis 150 Meter). Ultraleichtfluggelände lassen sich ohne nennenswerte Eingriffe in die Natur realisieren. Untersuchungen belegen, dass die Tierwelt kaum Notiz von den "Eindringlingen" in ihren Lebensraum nimmt. In zunehmendem Maße bedienen sich Umwelt-organisationen des Ultraleichtflugzeuges, um Überwachungsaufgaben wahrzunehmen.
  • Was die kurzen Start- und Landestrecken betrifft, stellt eine Notlandung auf einem Feld kaum ein Risiko dar... dies ist auch ein Sicherheitsaspekt!
  • Zur Zulassung eines ULs gehört der Nachweis, dass sie nur maximal 58 Dezibel Lärm produzieren, damit sind sie die leisesten motorisierten Flugzeuge.
  • Der geringe Treibstoffverbrauch von ca. 12 l/h macht die UL sparsamer als die meisten PKW, wenn man den Vergleich auf die zurückgelegte Strecke pro Liter bezieht... auch ein Plus für die Umwelt. Zudem werden ULs meist mit Super-Unverbleit betankt, was das Fliegen wesentlich günstiger macht, als das Fliegen mit Flugzeugen der Echo-Klasse (die meist mit Afgas betankt werden müssen).
    Warum ist UL-Fliegen so sicher?
   
Einen wesentlichen Beitrag zur Flugsicherheit leistet das in jedem Ultraleichtflugzeug integrierte Rettungssystem. Dieses besteht aus einem Fallschirm mit einer Traglast von 520 kg, der im Bedarfsfall von einer Rakete aus dem Flugzeug gezogen wird. Zur Auslösung zieht der Pilot einen Rettungsgriff. Der Fallschirm entfaltet sich nach dem Ausschuss innerhalb von 2 Sekunden und bringt Flugzeug und Besatzung sicher zu Boden.
 
    Ist es möglich/erlaubt in der Schweiz UL zu fliegen?
   
Zur Zeit nicht. Das Gesetz verbietet den Betrieb von so genannten
Ultraleichtflugzeugen in der Schweiz. Zur Zeit wird eine mögliche
Zulassung jedoch wieder diskutiert.

  

  Darf man auch im Ausland UL fliegen ?
    
Nur ein einziges Land in Europa erlaubt keine UL-Fliegerei: die Schweiz. Schweizer fliegen meist in Deutschland oder in Frankreich. Es besteht Hoffnung, dass sich dies bald ändert. In allen anderen europäischen Ländern wird UL geflogen. Allerdings muss man sich i.d.R. vorher erkundigen, ob die deutsche Lizenz anerkannt wird, was in der Regel der Fall ist, solange man seinen ständigen Wohnsitz in Deutschland hat (wie beim Führerschein).
Man muss für manche Länder aber vorher anfragen und sich die Anerkennung bestätigen lassen. Im Zuge der EG-weiten Vereinheitlichung werden aber viele bürokratische Hürden abgebaut. Einige Länder verzichten bereits mit Bezug auf das Schengener Abkommen auf Flugpläne und Zollformalitäten. Man muss sich allerdings erkundigen, ob ggf. bestimmte Regelungen im besuchten Land gelten, an die man sich halten muss (z.B. Österreich verlangt das Mitführen eines ELT, eines rund 200 € teuren Notsenders). Vieles ist auch einfacher als in Deutschland: in Frankreich besteht keine Flugplatzpflicht zum Starten und Landen. Im Zweifelsfalle fragen Sie den DULV (www.dulv.de).

  

    Wie viele Stunden muss man pro Jahr fliegen?
   
min. 18 Flugstunden in 24 Monaten.

 
    Wie lange ist die Pilotenlizenz gültig?
   
Der Schein muss alle vier Jahre verlängert werden, wozu min. 18 Flugstunden in den letzten 24 Monaten nachgewiesen werden müssen.
 
    Gibt es Erleichterungen für Inhaber anderer Lizenzen ?
 
Ein vorhandenes Flugfunkzeugnis wird immer anerkannt.
  • Gleitsegel L-Schein Inhaber mit mindestens 30 Höhenflügen und Inhaber eines unbeschränkten Gleitsegel- oder Hängegleiter-Scheins brauchen keine Meteorologieprüfung und Unterrichtsteilnahme an diesem Fach.
  • Trike & Fußstart-UL: PPL -A, -B oder C Piloten mit gültigem PPL & Ausbildungszeugnis für Theorie & Praxis brauchen fürs Trikefliegen und Fußstart-UL eine Unterweisung in Verhalten in besonderen Fällen und Technik, sowie die normale praktische Ausbildung. Meist ist es günstiger, eine Dreiachsereinweisung und dann eine Trike- bzw. Fußstart-Einweisung zu machen.
  • Dreiachser: PPL -A, -B oder C Piloten mit gültigem PPL & Ausbildungszeugnis für Theorie & Praxis brauchen fürs Dreiachserfliegen nur eine Einweisung (ab etwa 500 €). Die spätere Einweisung ins Trike kostet nochmals dasselbe.
  • Fußstart-UL: Voraussetzung ist immer zuerst ein Hängegleiter-Schein !
  • Inhaber einer gültigen europäischen Lizenz für Trikes oder Minimumsysteme müssen eine Prüfung in: Luftrecht, Meteorologie, Technik, Navigation, Verhalten in besonderen Fällen absolvieren. Außerdem brauchen sie eine praktische Einweisung bei einer DULV-anerkannten Flugschule mit mind. Sicherheitsausbildung und Überlandflugausbildung und anschließender Prüfung, keine Mindeststundenzahl.